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Moonrise Kingdom gesehen

Dank Moviepilot, dem Filmverleih Tobis und einer ganzen Anzahl Sponsoren durfte ich heute einer Preview des neuen Wes Anderson Films Moonrise Kingdom beiwohnen. Neben dem Kinoticket erhielt jeder Besucher auch noch eine Flasche Fritz-Kola. Da meine Freundin keine Cola trinkt habe ich zwei Flaschen getrunken. Ich nehme sonst relativ wenig Koffein zu mir, was bedeutet, dass ich heute um 01:00 Uhr mit aufgerissenen Augen im Bett liegen und mit meine Füße ruhelos unter der Decke wackeln werden. So sei es.

Im Film geht es um ein Liebespaar im zarten Alter von 12 Jahren, die zusammen Reißaus nehmen. Wer schon mal einen Wes Anderson Film gesehen hat, der weiß was ihn erwartet und er wird großen Spaß haben. Es gibt gelbe Schriftzüge, Menschen laufen ohne erkennbare Grund zu schöner Musik in Zeitlupe durch die Gegend und die Ausstattung ist extravagant retro. Alle Schauspieler verhalten sich so, als hätten sie keine richtigen Gefühle und wandern mit gespieltem Ernst durch eine abstruse Puppenhaus-Welt. Das alles ist toll und kindisch und führt zu nichts. Trotzdem wird einem warm ums Herz und man schmunzelt und kichert gar manchmal. Es gab im Kinosaal auch einige Menschen, die an jeder unpassenden Stelle schallend gelacht haben und ich verurteile sie nicht dafür, aber ich möchte mit ihnen nie an einem Tisch sitzen.

Daraus ergibt sich für mich folgende Wes Anderson Top-Liste:

  1. Tiefseetaucher
  2. Moonrise Kingdom
  3. Rushmore
  4. Fantastic Mr. Fox
  5. Darjeeling Limited
  6. Bottle Rocket
  7. Royal Tenenbaums
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Filme – #1: Drive, Hugo, mindestens drei Comicverfilmungen, Battleship, Schrei 4 und Hungerspiele

Weil sich ein Haufen an gesehenen Filmen am großen Stausee der gesehenen Filme angesammelt hat, müssen jetzt schnell ein paar Kurzbesprechungen her. Vorhang auf!

  • Exit Through The Gift Shop: Vielleicht gefakete Dokumentation über Street-Art-Künstler, die zwei- bis dreimal die Richtung ändert. Sehenswert, weil verrückt.
  • Drive: Gefeierter Gangster-Auto-Liebes-Kunstfilm, der mir an einigen stellen etwas zu 80iger war, aber allein durch den perfekt organisierten Bilderrausch überzeugen kann. Nichts für hibbelige Nervkiddies. Lest auch die Buchvorlage von James Sallis. Die ist nämlich ebenfalls hervorragend und sehr dünn, damit da auch von kurzen Texten verstörte Digital Natives durchkommen.
  • Kokowääh: Ich musste gerade zweimal nachschlagen, wie der Titel richtig geschrieben wird. Hab’s dann doch einfach kopiert. Doofer Film, obwohl er eine nette „Patchwork-Familien-sind-auch-ok“-Aussage hat.
  • The Green Hornet: Eine von vielen Comicverfilmungen. Leider ein totaler Reinfall. Zu keiner Sekunde lustig und vollgestopft mit sinnlosen Actionszenen.
  • Hugo Cabret: Sehr schön und dank 3D kommen einem ständig Nebelschwaden und Schneeflocken entgegen. Liebesbrief an das Kino … blablabla … wo bleibt der nächste Scorsese mit Gangstern und Unmoral?
  • Back to the Future: Zum ersten Mal gesehen. Nett. Mehr kann man aus heutiger Sicht nicht dazu sagen. Ich sehe die historische Relevanz und die vielen Kindheitserinnerungen meiner älteren Mitmenschen, aber mehr auch nicht.
  • Young Adult: Erster kleiner Ausrutscher von Jason Reitman. Highschool-Bitch kommt zurück in ihre alte Kleinstadt und will den alten Freund abschleppen. Der hat nun aber schon Frau und Kind. Wenig lustig, viel traurig und schön abgefuckte Charlize Theron.
  • X-Men – First Class: Besser als erwartet. Sympathische Figuren und einige sehr übertrieben große Actionszenen. Nur die meisten neuen Mutanten bleiben blass und haben doofe Kräfte.

Halbzeit … erstmal einen Kaffee trinken … hm … lecker … so … wo waren wir … achja …

  • Captain America: Noch eine Comicverfilmung. *seufz* Aber eine total gute! Keine Ahnung warum, aber ich konnte die Patriotismus-Keule dank Selbstironie ganz gut schlucken und dann waren da noch crazy Nazi-Bösewichte und ordentliche Action.
  • Ip-Man: *schnarch* … Ich will wieder Jacki Chans Martial-Arts-Filme der 80er und 90er.
  • Rise of the Planet of the Apes: Ebenfalls ein kleiner großer Überraschungs-Hit. Bisschen schematische Geschichte, aber tolle Affen.
  • Tron – Legacy: Daft Punk Soundtrack und tolle Bilder auf der Haben-Seite. Sonst leider nicht viel. Schade.
  • Thor: AHHHH! Noch eine Comicverfilmung. Thor ist ja so der unlogischste Superheld, weil er eigentlich ein Alien/Gott aus dem Weltall ist. Hmm … eigentlich wie Superman … naja … mittelmäßiger Film.
  • Scream 4: Wer auf Meta-Humor steht, der ist hier genau richtig. Leider kein Horrorfilm mehr.
  • Battleship: Bis zu den letzten 15 Minuten ein ordentlicher, wenn auch dummer, Actionfilm, der unglaublich viel aus der hirnrissigen Idee rausholt, das Spiel „Schiffe versenken“ zu verfilmen. Dann aber sind da SPOILER … Marine-Rentner, die zufällig auf Hawai abhängen und ein altes Schiff bemannen und die Aliens besiegen. What … the … fuck?
  • Adjustment Bureau: Süß. Etwas zu viel religiöser Unterton.
  • The Hunger Games: Mir hat die Romanvorlage schon gut gefallen und auch der Film überzeugt. Leider merkt man den Effekten an, dass mit einem vergleichsweise geringen Budget gearbeitet wurde, aber insgesamt wird die Geschichte passend nacherzählt. Anekdote: Wir haben den Film zusammen mit gefühlten 100 Austauschschülern aus Frankreich gesehen und alle haben sich halbwegs benommen. Chapeau!

Schalten sie auch in zwei Monaten wieder ein, wenn es heißt: Die Top 20 der beliebtesten Comicverfilmungen mit Cameo-Auftritten von Stan Lee.

Gute Nacht!

Girl With The Dragon Tattoo gesehen

Beginnen wir mit meiner bescheidenen Meinung zur Romanvorlage, aufgeschrieben irgendwann vor über einem Jahr:

Ich bin ein wenig spät dran. Dessen bin ich mir bewusst. Gründe dafür sind meine Skepsis gegenüber dem Mainstream (ja, so einer bin ich) und dem Krimi-Serienmörder-Genre ganz allgemein. Was brachte mich nun also dazu den viel gekauften und viel gelobten ersten Band einer mehrteiligen Reihe aus genau diesem Dunstkreis zu lesen? Es war David Fincher. Moment, werdet ihr sagen, das ist doch der Regisseur von diesem neuen Facebook Film. Richtig, antworte ich und zähle noch Sieben, The Game, Fight Club, Panic Room, Zodiac und Benjamin Button auf. Genau dieser Mann ist auch für die amerikanische Verfilmung des ersten Bandes der Millennium-Trilogie zuständig. Wenn Fincher Interesse an einem Roman hat, dann habe auch ich Interesse an diesem Roman.

Es geht also um Stieg Larssons Vergebung. Wenn ihr nicht unter einem Stein lebt und ab und zu mal einen Buchladen betretet, dann sollten euch dieser Roman und seine beiden Nachfolger schon häufiger begegnet sein. Selbes gilt für die schon fertiggestellten schwedischen Verfilmungen, die sich momentan in den DVD-Regalen eurer Einkaufshäuser stapeln.

Vergebung besteht aus drei Komponenten: den beiden Hauptcharakteren, einigen Mordfällen und einigen Wirtschaftsverbrechen. Hauptfigur 1 Mikael Blomkvist ist ein Journalist und der perfekte Mensch. Er ist klug, gut im Bett und sieht dementsprechend auch blendend aus. Damit ist er als Figur eher langweilig. Hauptfigur 2 hingegen ist eine sehr interessante Frau. Interessant im Sinne von anders. Lisbeth Salander trägt Lederklamotten, ist mal aggressiv, mal passiv, kann sich gut Dinge merken und ist ein Computer-Genie. Sie trägt eine dunkle Vergangenheit mit sich herum, die in diesem Band nur angeschnitten wird. Bei den Figuren gibt es also ein Minus und ein Plus zu notieren.

Womit wir bei den Mordfällen wären. Hier liegt für mich die Stärke der Geschichte, denn die Suche nach einem verschwundenen Mädchen wird spannend und detailliert präsentiert. Die Nachforschungen werden Stück für Stück erklärt und folgen logisch aufeinander, wenn auch manche glücklichen Umstände etwas unrealistisch anmuten. Die meisten Seiten des Romans sind für diese sich ausweitende Serienmördersuche reserviert und können selbst mich als Feind solcher Romane überzeugen. Hierfür gibt es also ein dickes Plus.

Dann sind da aber leider noch der zähe Beginn und das vor sich hindümpelnde Ende, bei denen ein böser Unternehmer durchleuchtet wird, den wir als Figur nie kennenlernen. Er ist der dunkle Schatten im Hintergrund und steht wahrscheinlich symbolisch für all die fiesen korrupten Kapitalisten auf unserer Welt. In langen Monologen werden seine Fehltaten aufgezählt. Als Leser habe ich nur die Schultern gezuckt, weil es nur wenig mit dem Kern der Geschichte zu tun hat. Minus.

In der Endabrechnung stehen also zwei Minus genau zwei Plus gegenüber. Gleichstand, Stillstand, Mittelstand.

Stilistisch ist der Roman gut zu lesen, aber nicht mehr. Es gibt nichts besonderes über Larssons Stil zu berichten, außer, dass er wohl ein riesiger Apple-Fanboy ist und auch allerlei andere technische Geräte gerne bei ihrem echten Namen nennt. Außerdem scheint er eine gewisse Obsession zu Kaffee und belegten Broten zu haben. Beides wird von allen Figuren gerne und viel konsumiert.

Was wird nun David Fincher mit diesem Stoff machen? Ich hoffe auf eine Mischung aus Sieben und Zodiac im winterlichen Schweden. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Gut. Nun. Gestern sah ich endlich David Finchers Version. Im Kern war es so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zum Glück wurde der Beginn und das Ende des Romans für die Verfilmung gekürzt, was viele Kulturschreiber aus der Papierwelt nicht gemerkt haben und nun wegen zu starker Werktreue rumweinen. Sogar eine bescheuerte Liebschaft von Blomkvist und Cecillia ist im Film nicht vorhanden. Trotzdem nimmt der Wirtschaftsteil noch zu viel Raum ein und begräbt die spannende Rätselgeschichte unter sich. Das ist schade, lässt sich aber wohl nicht vermeiden, weil es für die Motivationen der Figuren wichtig ist.

Für mich waren nur 3 Sachen wichtig. Wie wird Lisbeth dargestellt? Super. Ist die Ermittlungsarbeit dicht zusammengeschnitten und kann man ihr dennoch halbwegs folgen? Ja, wobei Nicht-Roman-Kenner ein wenig mehr aufpassen müssen. Stimmt die Atmosphäre durch Finchers Bilder und Trent Reznors Soundtrack? Hell yeah!

Damit war ich dann für 2 Stunden und einige Minuten mehr gut unterhalten. Der Stoff gab kein zweites Sieben und nicht mal ein zweites Zodiac her, dessen sollte man sich beim Kinobesuch bewusst sein.

Ich habe nach dem zweiten Romanteil aufgehört zu lesen, weil mir die ganze Geschichte zu abstrus wurde. Das einzige was mich an einer weiteren Hollywoodverfilmung interessieren würde, wäre ein zweites Zusammentreffen mit Rooney Maras Lisbeth. Warum denn nicht?

Mission Impossible: Ghost Protocol gesehen

Ich hatte Mission Impossible 4 wirklich nicht auf dem Schirm und die ersten Trailer sahen auch nur ganz nett aus. Dann aber erschienen immer mehr überrascht positive Kritiken im Interweb. Da ich schon länger auf einen guten modernen und nicht ganz doofen Actionfilm wartete, griff ich nach dem kleinen Strohhalm und wurde nicht enttäuscht.

Der wichtigste und beste Aspekt des Films ist seine Geschwindigkeit. Von der ersten Minute an bewegt er sich in rasendem Tempo. Selbst die meisten Dialogsequenzen erleben wird in sich bewegenden Fahrzeugen. Das Team trifft sich nicht in einem geheimen Unterschlumpf in einem Keller, sondern in einem fahrenden Zugwaggon. Eine Szene huscht in die nächste, ein wunderschöner Schauplatz wird durch den nächsten wunderschönen Schauplatz ausgetauscht. Pläne werden nicht stundenlang ausgearbeitet, sondern wir sehen einfach nur dabei zu, wie sie passieren. Regisseur Brad Bird hat bisher nur Animationsfilme gemacht und findet Dialoge wohl auch eher überbewertet. Deswegen werden Informationen einfach visuell vermittelt. Das ist toll, beschleunigt den Film noch mehr und täuscht über die doch eher karge Story hinweg. Ab einem gewissen Punkt kurz vor Ende, bin ich geistig ausgestiegen, weil nicht mehr so ganz klar war, wer nun welchen Code für welchen Satelliten hat und wofür braucht und wie man ihn davor stoppen kann. Das war etwas schade und konnte leider auch nicht durch die letzten Actionszenen ausgeglichen werden. Der Film hat seinen Höhepunkt leider schon am Anfang des zweiten Drittels, welcher im höchsten Gebäude der Welt in Dubai stattfindet. Obwohl ich keine besondere Höhenangst habe, bekam ich schwitzige Finger, als Tom Cruise an der Glasfassade des Hotels herumkletterte.

Für Nerds ist der Film außerdem allein durch all die tollen Gadgets zu empfehlen. Fahrbare Super-Magneten, bewegliche Tarnwände oder Kontaktlinsen mit eingebauter Gesichtserkennung für gesuchte Personen sind Spielzeuge, die ich auch gerne zu Hause hätte.

Batman: Year One gesehen

Wer es bis zum Kinostart von The Dark Knight Rises nicht mehr aushalten kann, der besorgt sich den neuesten Zeichentrickfilm aus dem Batman Universum. Batman: Year One basiert auf den gleichnamigen Comic von Frank „ich mag die Occupy-Bewegung nicht“ Miller. Wie der Name vermuten lässt dreht sich die Geschichte um Batmans erstes Jahr als Fledermaus. Leider wird nicht beleuchtet, woher er die Fähigkeiten hat, ganze Bäume mit einem Fußtritt zu zerstören, aber man kann ja nicht alles haben.

Der eigentliche Hauptcharakter des Films ist außerdem auch gar nicht Batman, sondern Commissioner Gordon, der da noch gar kein Commissioner ist (glaube ich zumindest … recherchiert das mal). Der nette Brillenträger kommt gleichzeitig mit Bruce Wayne in Gotham City an und muss sich mit der korrupten Polizei auseinandersetzen.

Positiv: relativ düster und ernst, gute Animationen, einige coole Actionszenen.
Negativ: so richtig gut wird der eigentliche Anfang von Batman nicht beleuchtet, plötzlich hat er einen Anzug und kann auch sofort perfekt mit seiner Ausrüstung umgehen, eine Lernphase scheint der Herr Wayne nicht zu brauchen.

Für Batman Fans lohnt sich der Weg in die (Online-)Videothek.