Archiv der Kategorie: Videospiel

Videospiele – #1: Erstes Quartal 2013

Schon wieder vier Monate im neuen Jahr rum. Was ging denn so in Sachen Videospiele?

  • DmC: Sehr gut. (siehe Superlevel)
  • Kentucky Route Zero: Atmosphärisch dichtes Adventure mit schönen surrealen Momenten. (siehe Superlevel)
  • The Cave: Leider etwas ermüdendes Adventure-Game mit unnötig langweiligen Sprungeinlagen. Ich glaube Ron Gilbert ist fertig.
  • Year Walk: Doofes Rätselspiel, aber tolles Erlebnis mit besonders guter Meta-Geschichte außerhalb des eigentlichen Spiels. (siehe Superlevel)
  • Ni No Kuni: Gut. Leider noch immer nicht beendet. (siehe Superlevel)
  • Tomb Raider: Gutes Action-Peng-Peng-Adventure, aber leider sprechen Spiel und Story nicht die selbe Sprache. (siehe Superlevel)
  • God of War: Ascension: Alles, was man von God of War erwartet. Musste nicht sein, macht aber noch immer Spaß. (siehe Superlevel)
  • Bioshock Infinite: Puh … hmm … ne. Das beinah altbackene Multiversumsende übertüncht jede aufgeworfene soziale Frage und auch beim Gameplay ist ungelenker als es sein müsste. Tolles Spielerlebnis, aber Rapture bleibt die durchdachtere Stadt.
  • Battleblock Theater: Guter Platformer, aber so richtig hat er bei mir nicht gezündet. (siehe Superlevel)
  • Amnesia – The Dark Descent: Ein moderner Klassiker im Gruselgenre. Ich weiß nicht, warum ich mich diesem Erlebnis ausgesetzt habe, denn typischer Spielspaß kam nicht auf. Schlussendlich wollte ich mir wohl selber beweisen, dass so ein kleines Videospiel mir keine Angst machen kann. Ich hatte Angst. Seht das also als Empfehlung für Amnesia.

Nach einem guten Start in Jahr geht es jetzt ins Sommerloch und ab August fliegen uns die Videospiele wieder links und rechts um die Ohren.

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Eine schlaflose Nacht

Ich bin müde. Sehr müde.

Gestern Nacht habe ich bis kurz nach 00h Spec Ops: The Line gespielt und anschließend noch bis halb 2 einen ganzen Berg an Artikeln zum Spiel gelesen. Allein die Idee, dass ein Videospiel nicht nur ein gutes Anti-Kriegsspiel, sondern sogar ein Anti-Militär-Hurra-Wir-schießen-alles-über-den-Haufen-und-nennen-es-Unterhaltung-und-verdienen-Millionen-damit-Videospiel sein könnte, war so großartig, dass ich es kaum fassen konnte. Dazu vielleicht zu einem später Zeitpunkt mehr.

Als ich dann irgendwann im Bett lag, begann es draußen zu Blitzen und zu Donnern und kaum hatte sich mein Geist nach den Erlebnissen im Videospiel beruhigt, brach ein Gewitter über Nürnberg herein. Der Wind zischte durch offene Fenster und schlug mehrere Türen zu, dann malten die hellen Blitze immer wieder verzerrte Schatten an die Decke und irgendwann schlürfte ich ins Wohnzimmer, weil der Regen jetzt senkrecht gegen die Hauswand klatschte und selbst durch die gekippten Fenster hineingeflogen kam. Nach dem Schließen der Fenster, setzte ich mich auf den Küchentisch und schaute den Blitzen beim blitzen zu. Irgendwann war der schlimmste Spuk vorbei und ich lag wieder im Bett, grübelte noch etwas über Sandstürme und Dubai und die Möglichkeit, dass Spec Ops vielleicht in einigen Jahren als ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Mediums betrachtet werden könnte.

Ich weiß nicht, wann ich einschlief, aber als der Wecker klingelte war eindeutig zu wenig Zeit vergangen.

Hmm … das war jetzt wohl so eine Art Tagebucheintrag. Dafür wurden Blogs ja mal „erfunden“.

Dead Space 2 spielen

Stückchen aus dem All.

Nach einigem hin und her ist das Videospiel Dead Space 2 letzten Donnerstag auch in Deutschland erschienen. Gewisse Politiker aus einem gewissen südlichen Bundesland hätten die Veröffentlichung des Sci-Fi-Horrorspiels gerne ganz verhindert, aber einen Monat nach dem internationalen Release dürfen jetzt auch all jene eine Reise ins All buchen, die sich den Titel nicht schon lange aus dem europäischen und entspannteren Ausland importiert haben.

Ich bin ein großer Fan des ersten Teils und wurde von Teil 2 leider etwas enttäuscht. Die Action wurde vor allen Dingen zum Ende hin so stark aufgedreht, dass vom schönen Sci-Fi-Feeling nicht mehr viel übrig blieb. Die letzten Stunden des Spiels verbringt man mit purem Geballer und Gerenne. Die Entwickler schmeißen an diesem Punkt alle Gedanken an einen ausgeglichenen Spielfluss mit Höhepunkten und Ruhephasen über Bord und präsentieren Monster und Monster und noch mehr Monster. Deswegen gibt es nun von mir auch keinen langen Artikel. Diesmal lasse ich andere sprechen.

Beginnen wir mit einem Artikel von polygamia.de, den ich in fast allen Punkten unterschreiben kann:

Am Ende bleibt aber die Gewissheit, dass der erste Horrortrip von Isaac Clarke kompromissloser, anspruchsvoller und intelligenter war. Jetzt ist im zweiten Teil alles so, wie es die Masse der Spieler will: Überschaubar, vorhersehbar, simpler. Das verleiht nicht nur dem eigentlichen Spielerlebnis einen faden Beigeschmack, sondern entblößt die ganzen Gewaltexzesse als billige Splattereffekte. Da geht es nicht mehr um den Schock, sondern eher um das Gegröle der Blood & Gore Fans. – Dead Space 2: Splatter für die Masse

Ein kleines Horrorspiel namens Amnesia: The Dark Descent hat letztes Jahr für einigen positiven Wirbel unter Gruselfreunden gesorgt. Einer der Entwickler hat sich mit dem Horrorpotenzial von Dead Space 2 auseinandergesetzt und auch hier möchte ich dem Autoren einen „high five“-Handschlag anbieten:

When I started the game, I was not in the best of moods (being a bit agitated), but I did what I could, darkened the room and so on. Everything to heighten immersion. As the game started out, it began with a non-playable sequence, something which made me relax and slowly immerse myself. Once the game actually began and I gained control, my mood had changed quite a bit and I felt I was ready to be immersed and role-play. Then after just playing for 30 seconds or so, I took a wrong turn and died.

This broke all the immersion I had built up over 10 minutes or so, and I had to start all over.

[…]

I have talked about how focusing on fun can be bad before, and Dead Space 2 is such a perfect example. Your main motivation to explore the environment is not to get deeper into the story or to enjoy the art, instead it is to search for goodies. Because the game constantly bombards you with items popping up and force you to pay attention to them (you will run out of ammo otherwise), this becomes the main thing occupying your mind. Everything else is simply pushed into the background, which is really a shame consider the epic set pieces and sometimes interesting background facts. In their effort to comply with „fun“ gaming standards, the creators have actually let much of their hard work go to waste. – Thoughts On Dead Space 2

Wem diese ganzen Artikel zu lang sind, der schaut sich das Video von Zero Punctuation zu Dead Space 2 an. In deutlichen Worten werden die Fehler des Spiels offengelegt.

Wer jetzt noch nicht genug hat, der kann sich bei Joseph Across einige seiner Konzeptzeichnungen anschauen. Über das Design und die Grafik muss man sich bei Dead Space 2 keine Sorgen machen.

Zum Schluss noch etwas Eigenwerbung für meinen Artikel zum Vorgänger auf polyneux.de. Dort habe ich schon düstere Vorhersagen über den Nachfolger gemacht:

“Dead Space” hat viel Bekanntes in sich aufgesogen und zu einem sehr gelungenen und in der Kombination einzigartigen Spiel verwoben. “Resident Evil 4” ist wohl der offensichtlichste Pate. Dazu noch Zeitmanipulation aus gefühlten dreitausend anderen Videospielen, das Setting aus dem Film “Event Horizon” und die Thematik aus “Solaris”. Die Kinese entspricht der Gravity Gun aus “Half Life 2” und die Monster könnten direkt aus John Carpenter’s “The Thing” stammen. Aber all diese guten Elemente bringen nichts, wenn sie nicht sinnvoll zusammengesetzt werden und so ein zumindest spielerisch perfektes Unterhaltungserlebnis bieten. Genau das hat Electronic Arts aber geschafft und erreicht damit sehr viel mehr, als man in der Vergangenheit erwarten konnte und lässt auf weitere atmosphärisch dichte Horrorspiele im Weltraum hoffen. So lange, bis wir auch die nicht mehr sehen können. – Staying Sane In Outer Space

Schon mit dem zweiten Teil hat sich diese neue IP von EA für mich totgelaufen. Wirklich schade.

Zurückblicken und nach Vorne schauen

Das Jahr 2010 ist rum.

Im Leben:

  • Ich habe Geocaching für mich entdeckt. Die ersten 10 Caches sind gefunden und ich kann es jedem empfehlen, der einen Anreiz sucht, um mal ein wenig durch unsere urbane oder ländliche Umgebung zu wandern.
  • An Bahnsteigen warten wurde 2010 zu einer meiner liebsten Beschäftigungen. Erst, weil Bauarbeiten zwischen Nürnberg und Erlangen meine Pendlerzüge durcheinander brachten, dann, weil es plötzlich Winter wurde. Höhepunkt war eine dreistündige Heimreise, die unter normalen Umständen nur 45 Minuten gedauert hätte. Nerviger als die Wartezeiten waren allerdings nur die anderen Reisenden. Wenn jeder „Nie wieder Bahn“-Schwätzer seine Äußerungen auch in die Tat umsetzt, werden die Bahnfahrten 2011 an Entspannung nicht zu überbieten sein.

Auf dem Papier:

  • Moment … also irgendwas Gutes muss ich doch 2010 gelesen haben. Puh. Ne. Oder.
  • Es war auf jeden Fall zu wenig. Ich habe keinen aktuellen Roman gelesen und auch bei älterem Lesestoff sah es sehr mau aus. Dabei ist meine Leseliste bis zum Bersten gefüllt. Dafür müsste ich mich nur sechs Monate irgendwo einschließen und Tag und Nacht lesen. Man kommt einfach zu nix.
  • Oh, doch. Einen habe ich. Den besten deutschen Comic 2010. Jens Harders Alpha. Directions. Mehr Bilderbuch als Comic und mehr Sachbuch als Geschichte und mehr faszinierend als wirklich spannend zu lesen, aber damit sehr viel mehr als viele Bildergeschichten je schaffen.

Im Film:

  • 2010 ist mein an Kinobesuchen ärmstes Jahr seit Beginn der Zeitrechnung. Ich sah nur Up in the Air, Shutter Island, Kick-Ass, Inception, Salt und The Social Network.
  • Zum Glück war keiner der oben genannten Filme eine Gurke. Alle haben mir ein paar schöne Filmmomente beschert.
  • Unter den 100 weiteren Filmen, die ich dieses Jahr auf dem Sofa geschaut habe, war leider kein Film, den ich für immer in mein Herz schließen werde. Am ehesten noch Der Fantastische Mr. Fox.

In der Musik:

  • Arcade Fire haben mit The Suburbs das wohligste Album 2010 rausgebracht.
  • Kings of Leon machen mit Come Around Sundown leider weiterhin nur guten Stadion-Rock.
  • Belle & Sebastian tauchen nach Jahren wieder mit einer neuen LP auf. Ich verliebe mich sogleich in Write About Love.
  • Tame Impalas Desire Be Desire Go wird mein verspäteter Song des Jahres.

 

2011 wird super, weil:

  • True Grit, der neue Coen Brüder Film, in die deutschen Kinos kommt. Außerdem starten: Black Swan, Rango und The Tree of Life.
  • Ich total viel lesen werde. Bestimmt. Hoffentlich. 270 Seiten von Murakamis 1Q84 sind schon geschafft.
  • Neue Alben von den Arctic Monkeys, The Kills, den Decemberists und …And You Will Know Us by the Trail of Dead.
  • Schon Ende Januar erscheint der Nachfolger zum besten Sci-Fi-Horrorspiel der letzten Jahre: Dead Space 2. Außerdem hoffentlich auch toll: The Last Guardian (vielleicht erscheint es ja wirklich 2011) und L.A. Noire.

Aber eigentlich wird 2011 super, weil es neue überraschende Dinge geben wird, die wir noch gar nicht erahnen können. Vorfreude ist ja angeblich die schönste Freude, aber ich mag die Überraschung noch mehr. Deswegen schnell Schluss mit irgendwelchen obskuren Vorhersagen, die dann eh nicht eintreffen werden.

Lassen wir uns überraschen und ein frohes Neues euch allen.

POLYGON 2010 verleihen

Nebenberuflich schreibe ich für ein mittelständisches Blogunternehmen names Polyneux. Dort wird das Themengebiet der virtuellen Spiele beackert, ein Feld, welches natürlich auch bei Wasted Zeit nicht unbeachtet bleiben wird. Leute, womit lässt sich im 21. Jahrhundert besser Zeit verschwenden als mit Videospielen? Auf Facebook Kollegen und Freunde stalken vielleicht noch, aber sonst?

Dementsprechend fühle ich mich auch dazu berufen, hier an dieser pixeligen Stelle meine Auserwählten für den POLYGON 2010 zu verkünden. Der POLYGON ist ein Gemeinschaftsaward der deutschsprachigen Spieleblogger und soll die vielen Egomanen etwas näher zusammenbringen und außerdem der großen Internetwelt zeigen, dass es neben den vielen SEO-, Netz- und Watch-Blogs auch noch andere lustige Schreiberlinge gibt. Bis zum 31.12.2010 können noch Punkte in sieben verschiedenen Kategorien vergeben werden. Wer mitmachen möchte liest sich kurz den Artikel auf Polyneux durch und haut dann eine geballte Liste an tollen Spielen in die Blogwelt hinaus.

Hier nun meine Nennungen in umgekehrter Reihenfolge, ohne Gewichtung, aber hintereinander.
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