Spekulatius essen

Es gibt ein paar Lebensmittel und zubereitete Speisen, von denen ich Unmengen essen kann, ohne satt zu werden oder den Appetit daran zu verlieren. Erdnussflips, Nudeln mit der Käse-Sahne-Schinkensoße von Mama und Spekulatius.

Spekulatius gibt es bei uns in Deutschland hauptsächlich zur Weihnachtszeit, in den anderen Ursprungsländern Belgien und Niederlande sogar das ganze Jahr über. Damit haben die Niederlande einen weiteren Pluspunkt für sich gewonnen. Laut Wikipedia ist Spekulatius auch in der ehemaligen niederländischen Kolonie Indonesien ganzjährig erhältlich. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Indonesier bei 30 °C am Strand sitzt und Spekulatius knabbert. Komischer Gedanke? Finde ich auch. Wir Deutschen sind mit dem Gewürzspekulatius in der Adventszeit sozialisiert worden und deswegen ist der intensive Geschmack des Krümelkekses fest mit geschmückten Tannenbäumen, dem Weihnachtsmann und Glühweingelagen verknüpft.

Die bevorzugte Position in der Spekulatius von mir verspeist wird, ist unter einer Decke liegend und Tee trinkend. Dazu wird ein die Gehirnleistung nicht überstrapazierender Film geschaut. So kann ich mich bestens in eine Trance hineinessen. Hand in die Tüte, Spekulatius in den Mund, kauen und dabei debil den Fernseher angrinsen, dann wieder die Hand in die Tüte. Eine Reihe nach der anderen wandert in den Magen und wenn ich nicht mit einem guten Stoffwechsel gesegnet wäre, dann sähe ich spätestens Anfang Dezember aus wie ein dicker Mops.

Womit wir beim Verkaufsstart der von mir präferierten Gewürzspekulatius wären. Ich bin kein Experte und Gourmet in diesem Gebiet und kaufe einfach die großen Packungen im Supermakt. Es gibt da natürlich noch viele tolle Geschmacksrichtungen, aber dazu später mehr. Dieses Jahr gab es die erste Palette Spekulatius Mitte Oktober zu kaufen. Da wohl nicht mit so vielen gefräßigen Plätzchenfreunden gerechnet wurde, versiegte der Nachschub für zwei Wochen, bis sich endlich die nächste Fuhre neben Lebkuchen und Stollen gesellte. Ich konnte meinen Einkaufswagen randvoll füllen und war glücklich.

Eine Tatsache, die mir in meinem Knabberwahn nie aufgefallen ist: auf den Dingern sind ja Bilder. Auf den ersten Blick erinnern sie an Verzierungen in einem Maya-Tempel. Auf den zweiten Blick auch noch. Aber dann sind Windmühlen, Tiere oder auch der ein oder andere Mensch bei der Feldarbeit zu sehen. Traditionell stellen die Motive die Nikolausgeschichte dar. Nach längerer Betrachtung der mir vorliegenden Sorte konnte ich aber leider keine Verbindungen herstellen. Wüsste zumindest nicht, was der Elefant dort soll.

Spekulatius gibt es in verschiedenen Sorten. Mandel-, Butter- und Gewürzspekulatius sind als die drei Großen zu nennen, aber im Internet lassen sich auch allerlei Abwandlungen der Klassiker finden. Vollkorn-Spekulatius (urgs!), Spekulatius in Kuchenform (hmm!) oder auch in Herzform mit Orangenglasur (ehh!).

Kommen wir abschließend zum wissenschaftlichen Teil dieser Abhandlung: können Spekulatius töten? Diese Frage ist nicht klar zu beantworten, aber schauen wir doch mal, ob sie zumindest Krebs verursachende Stoffe enthalten. foodwatch.de sagt: „Ja, aber es wird besser.“ Spekulatius enthalten Acrylamid, ein Stoff, von dem schon länger vermutet wird, dass er Krebsbildung fördern kann. Der Anteil von Acrylamid im Weihnachtsgebäck geht allerdings seit Jahren stetig zurück.

Um diese düsteren Gedanken zum Schluss hinfort zu fegen, hier noch was Lustiges mit Tieren [Youtube].

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